Großangelegte Gemeinschaftsübung mit der Feuerwehr Eismannsberg
Am Freitag, den 16. Oktober 2026, fand eine gemeinsame Einsatzübung der Feuerwehren Nordheim und Eismannsberg auf dem Gelände der Zimmerei Karg in Nordheim statt. Für unsere Feuerwehr war es eine besondere Premiere: Erstmals kamen unsere neu beschafften Atemschutzgeräte im Rahmen einer realitätsnahen Einsatzübung zum Einsatz.
Das Übungsszenario: Verpuffung in einer Zimmerei
Eine Schulklasse der Peter-Wagner-Grundschule besuchte im Rahmen des Heimat- und Sachunterrichts die Zimmerei Karg in Nordheim. Während der Betriebsbesichtigung kam es zu einer angenommenen Holzstaubverpuffung, die eine starke Rauchentwicklung in der rund 250 Quadratmeter großen Abbundhalle und der angrenzenden, 150 Quadratmeter großen Werkstatt verursachte.
Zwei Lehrerinnen konnten sich gemeinsam mit zwei Schulkindern ins Freie retten und den Notruf absetzen. 14 weitere Kinder sowie ein Mitarbeiter der Zimmerei galten jedoch als vermisst und befanden sich noch im stark verrauchten Gebäude. Zusätzlich wurde ein Brand im Bereich der Dachdämmung an der Westseite der Halle angenommen.
Die vermissten Schulkinder wurden von unserer Kinderfeuerwehrgruppe „Blaulichter Nordheim“ dargestellt. Zwei Betreuerinnen übernahmen die Rollen der Lehrerinnen, während eine Übungspuppe den vermissten Mitarbeiter verkörperte.
Menschenrettung unter Atemschutz und Brandbekämpfung
Die Alarmierung erfolgte über ein vorbereitetes Alarmfax sowie eine eigens eingerichtete Übungsleitstelle. Mit zwei Tragkraftspritzenfahrzeugen (TSF) und zwei Mannschaftstransportwagen (MTW) rückten die beiden Feuerwehren vom Nordheimer Feuerwehrhaus zur Einsatzstelle aus.
Bereits während der Anfahrt bereiteten sich die Atemschutzgeräteträger auf ihren Einsatz vor, um nach dem Eintreffen schnellstmöglich mit der Menschenrettung beginnen zu können.
Einsatzleiter Michael Näßl teilte die Einsatzstelle in zwei Einsatzabschnitte auf
- Brandbekämpfung: Die Feuerwehr Eismannsberg übernahm die Brandbekämpfung von der Brücke am Kirchenweg aus. Die Löschwasserversorgung erfolgte über eine Wasserentnahme aus der Schmutter.
- Menschenrettung: Vom Hof der Zimmerei aus gingen Atemschutztrupps zur Suche und Rettung der vermissten Personen in das Gebäude vor. Die Wasserversorgung wurde über einen Unterflurhydranten in der Rainer Straße sichergestellt.
Parallel dazu wurden eine Atemschutzüberwachung eingerichtet und ein Bereitstellungsbereich für den Sicherheitstrupp festgelegt. Aufgrund der angenommenen Lage wurde das Alarmstichwort auf B4 PERSON erhöht und weitere Einsatzkräfte bei der Übungsleitstelle nachgefordert.
Zusätzliche Herausforderungen für die Einsatzkräfte
Neben der eigentlichen Brandbekämpfung und Menschenrettung warteten weitere, bewusst eingebaute Schwierigkeiten auf die Einsatzkräfte.
Unmittelbar nach dem Eintreffen wurden die Führungskräfte von aufgebrachten Eltern und Nachbarn bedrängt. Diese Rollen übernahmen die Eltern unserer Kinderfeuerwehr. Sie stellten besorgte und teils panische Angehörige dar, die Absperrungen missachteten, Anweisungen ignorierten und versuchten, zu den vermissten Kindern vorzudringen.
Damit mussten die Einsatzkräfte nicht nur die eigentliche Schadenslage bewältigen, sondern gleichzeitig die Einsatzstelle absichern und den Umgang mit emotional belasteten Angehörigen meistern.
Auch die Personensuche im Gebäude stellte die Atemschutztrupps vor Herausforderungen. Die stark abgedunkelten Räume, zahlreiche Maschinen und Werkzeuge sowie ein abgestelltes Fahrzeug erschwerten die Orientierung und das systematische Absuchen der Halle und Werkstatt.
Als zusätzliche Belastungsprobe wurde ein Atemschutznotfall simuliert: Ein Atemschutzgeräteträger geriet während des Innenangriffs in eine angenommene Notlage und musste durch weitere Einsatzkräfte gerettet werden.
Erfolgreiche Menschenrettung und routinierte Abläufe
Trotz der zahlreichen Herausforderungen verlief die Übung insgesamt erfolgreich.
Die Anfahrt, die Erkundung der Einsatzstelle, die Verkehrsabsicherung sowie der Aufbau der Löschwasserversorgung und die Brandbekämpfung erfolgten zügig und routiniert.
Besonders erfreulich war der Verlauf der Menschenrettung: Alle 14 vermissten Kinder konnten von den Atemschutztrupps gefunden und entsprechend ihrer angenommenen Verletzungen und Verhaltensweisen gerettet werden.
Auch der vermisste Mitarbeiter wurde entdeckt. Die als bewusstlos angenommene Person befand sich, gut versteckt, auf dem Rücksitz eines Fahrzeugs in der Abbundhalle.
Der simulierte Atemschutznotfall wurde vom Trupppartner sofort erkannt und gemeldet. Die anschließende Rettung des betroffenen Feuerwehrkameraden erfolgte durch das koordinierte Zusammenwirken mehrerer Trupps.
Gerade für unsere Feuerwehr war die Übung eine wertvolle Gelegenheit, die neuen Atemschutzgeräte unter anspruchsvollen und möglichst realitätsnahen Bedingungen einzusetzen und wichtige Erfahrungen für künftige Einsätze zu sammeln.
Gemeinsamer Abschluss im Feuerwehrhaus
Nach Abschluss der Übung, dem Rückbau und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft trafen sich alle Beteiligten zur gemeinsamen Übungsnachbesprechung im Feuerwehrhaus Nordheim.
Bei einem anschließenden gemeinsamen Essen ließen die Einsatzkräfte beider Feuerwehren, die Kinderfeuerwehr sowie deren Eltern den ereignisreichen Abend in kameradschaftlicher Runde ausklingen.
Herzlichen Dank an alle Beteiligten!
Ein besonderes Dankeschön gilt unseren „Blaulichtern Nordheim“. Mit viel Mut und Engagement übernahmen die Kinder ihre Rollen, suchten sich teilweise äußerst knifflige Verstecke und warteten in den dunklen Räumen darauf, von den Atemschutztrupps gefunden zu werden. Das habt ihr großartig gemacht!
Ebenso bedanken wir uns bei den Eltern unserer Kinderfeuerwehr, die mit ihren teils regelrecht oscarreifen schauspielerischen Leistungen für zusätzliche Herausforderungen sorgten. Ihr engagierter Einsatz verlieh der Übung ein besonderes Maß an Realitätsnähe.
Ein herzliches Dankeschön geht auch an Familie Karg, die uns spontan die Räumlichkeiten ihrer Zimmerei zur Verfügung stellte und damit diese umfangreiche Übung überhaupt erst ermöglichte.
Nicht zuletzt bedanken wir uns bei der Feuerwehr Eismannsberg für die hervorragende und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Die gemeinsame Übung hat erneut gezeigt, wie wichtig eingespielte Abläufe und eine gute Zusammenarbeit über die Ortsgrenzen hinweg sind.














